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Unsinnige Allianz-Versicherung gegen häusliche Notfälle
Der Verbraucherschutzverband Bund der Versicherten (BdV) kritisiert den sogenannten "Haus- und Wohnungsschutzbrief" der Allianz-Versicherung.

 

Hierbei handele es sich wieder einmal um ein neues, unsinniges Versicherungsangebot auf dem deutschen Markt, so der BdV-Geschäftsführer Frank Braun. Der neuartige Versicherungsvertrag soll angeblich gegen "unberechenbare Ereignisse" schützen, die eine schnelle und kompetente Hilfe erfordern wie z. B. einen Rohrreinigungsservice im Notfall, einen Schlüsseldienst, einen Sanitär-Heizungs- und Elektro-Installateurservice, Schädlingsbekämpfung, Entfernung von Wespennestern, Kinderbetreuung oder gar die Einrichtung eines Dokumentendepots.

 

"Mit dem vorliegenden Versicherungsangebot sind weder Gefahren abgedeckt, die einen in den finanziell Ruin bringen könnten, noch sind die Risiken 'unberechenbar'", so Braun. Ein Hausbesitzer sollte zudem immer etwas Geld angespart haben, um etwaige Schäden, die durch verstopfte Rohre oder defekte Elektroanlagen entstehen, selber zahlen zu können. Schon deshalb ist es unsinnig, sich gegen solche "Gefahren" zu versichern. Mieter können mit dem angebotenen Vertrag noch viel weniger anfangen. Denn Mieter benötigen den Schutz dieses Produktes meist schon deshalb nicht, da die Kosten für unverschuldete Schäden an der Mietsache, etwa an Rohren oder der Elektrik, die Entfernung von Schädlingen oder Wespennestern vom Vermieter getragen werden müssen, der die Wohnung in vertragsgemäßem Zustand zu halten hat. Schäden am Eigentum des Mieters, wie an Elektrogeräten, Waschmaschine, Geschirrspüler, Fernsehgeräten und Computern werden von der Allianz erst gar nicht mitversichert.

 

Auch sonst hat das Angebot so seine Tücken: Alle "Serviceleistungen" sind der Höhe nach auf max. 300 Euro je Schadensfall begrenzt, die Gesamtleistung aller Versicherungsfälle darf 1.000 Euro im Jahr nicht übersteigen. Die Kinderbetreuung gilt längstens für 48 Stunden und das Dokumentendepot nur für höchstens 15 DIN A4-Seiten.

 

"Dieser Versicherungsvertrag ist so überflüssig wie ein Kropf", ist daher auch das eindeutige Urteil der Verbraucherschützer. Die Allianz aber verspricht sich wohl eine nette Mehreinnahme auf möglichst lange Sicht. Denn der Vertrag wird Interessenten gleich als 5-Jahresvertrag für einen Jahresbeitrag von immerhin ca. 60 Euro angeboten. Ein hoher Beitrag für unsinnigen Versicherungsschutz, von dem Verbraucher die Finger lassen sollten! Die Verbraucher sollten diesen Beitrag besser in eine neutrale, umfangreiche Verbraucherberatung, etwa über eine Mitgliedschaft beim Bund der Versicherten investieren; so können Sie sogar kurzfristig ein Vielfaches dessen an Prämien für unsinnige oder zu teure Versicherungen einsparen. Verbraucher erhalten vom Bund der Versicherten eine kostenlose Info-Broschüre "Gut und günstig versichert", siehe dazu unter www.bdv.info/bdv/Broschueren

 

(epn) BdV
Henstedt-Ulzburg, den 16.04.2004